Aug 012010
 

Nach drei Monaten Wartezeit ist es endlich da, ein EF 100mm 1:2.8L Macro IS USM. Damit steht einem Ausflug in die Makrofotografie und meinen ersten Gehversuchen nichts mehr im Wege. Fotografiert wurde in Maulbronn nördlich von Stuttgart. Die idyllisch gelegene Klosteranlage aus dem 12. Jhdt. ist seit 1993 Weltkulturerbe der UNESCO und an sich bereits einen Ausflug wert. Die terrassenartig angelegten Weinberge und Streuobstwiesen stammen aus der gleichen Zeit wie die Klostergründung. Die Wege am Hang werden durch alte Sandsteinwände flankiert, in denen sich etliche Tiere einquartiert haben. Eine herrliche Spielwiese für Makrofotografen. Es ist bereits 16 Uhr bis wir mit dem Fotografieren beginnen und erfahrene Makrofotografen werden zu Recht einwenden, dass es bereits viel zu spät für Makrofotografie ist. Beste Zeit ist noch vor Sonnenaufgang, da es dann noch nicht so windig ist und die Tiere noch “kalt” und daher sehr langsam sind. Egal, heute sind die Rahmenbedingungen anders. Immerhin ist es stark bewölkt, womit zumindest die Sonne keine extremen Schlagschatten verursacht.

HeuschreckeMein erstes Objekt ist eine Heuschrecke, die an einer Wurzel knabbert. Die Kamera sitzt auf meinem Stativ und wird mit dem Funkauslöser, unter Verwendung der Spiegelvorauslösung,  betätigt. Damit reduzieren sich die Störungen auf Wind, Bewegungen im Untergrund und die Bewegungen der Heuschrecke. Hier zeigt sich auch bereits eine Schwäche des EF 100, denn mit seiner 100mm Brennweite muss man den Tieren ganz schön auf den Pelz rücken, um diese einigermaßen formatfüllend unterzubringen. Das gelingt mir leider nicht ganz und so habe ich bei diesem Bild ca. 1/3 weggeschnitten.

Roter FalterEin Roter Falter stärkt sich an einer Blüte und ist völlig unbeeindruckt von mir und der Kamera. Endlich komme ich mal richtig nah ran. Leider windet es immer wieder und etliche 30…40 Bilder rauschen durch die Kamera, bis einige passende dabei sind. Am kleinen Monitor der Kamera lassen sich Makroaufnahmen nur eingeschränkt beurteilen. Vieles was hier noch scharf wirkt, ist später am Bildschirm einfach nur unscharf und dient höchsten als Beweisbild. Bei diesem Bild streckt sich der Rote Falter in die Höhe, das sieht eigentlich ganz lustig aus.


FliegeEin paar Meter weiter ist eine Kümmelblüte übersät mit allerhand Fliegen und Bienen. Ich stelle mein Stativ auf und schwupps sind alle Fliegen weg. Geduldig warte ich auf die kleinen Tiere. Nach ein paar Minuten haben sie sich an mich gewöhnt und kommen wieder zahlreich ans Buffet geflogen.

EidechseEine Eidechse zu fotografieren wäre auch sehr schön, aber flink sind diese Tiere allemal und bleiben daher kaum an Ort und Stelle sitzen. Sich mit dem Stativ zu nähern erschien mir nahezu unmöglich und so dachte ich mir, es wäre an der Zeit, den neuartigen Image Stabilizer des EF 100 auszuprobieren. In den nächsten Minuten verfolge ich so die Eidechse auf ihrem Weg an der Sandsteinmauer. Immer wieder hält sie mal kurz inne und gibt mir die Gelegenheit näher zu kommen, um ein paar Bilder zu schießen. Alles in allem war es ein spannendes Erlebnis und ein erster Versuch. Ich bin mir sicher, dass weitere folgen werden.