Mrz 252010
 

Ringe schmieden ist gar nicht so schwer, wenn man die richtige Unterstützung dafür hat. In diesem Fall die Unterstützung des Goldschmieds Laszlo Lepeda. Er bietet in seinem Atelier Schmuck- und Trauringkurse an. Doch bevor man die fertigen Ringe in den Händen halten kann, stehen so einige Arbeitsschritte an. Da man sich nun nicht gerade alle Tage Trauringe fertigt,  lag es nahe die Herstellung zu dokumentieren.

Die Goldschmiedewerkstatt befindet sich in einem für den Stuttgarter Westen typischen Altbau. Dunkelbrauner Dielenboden und Stuckdecken. Der massive Holztisch trägt die Spuren vieler Jahre Goldschmiedearbeit. Durch das Fenster dringt gerade die Sonne herein und unterstreicht die warme positive Grundstimmung.

Über der den Arbeitsplätzen befindet sich zusätzliches Kunstlicht. Bei soviel unterschiedlichen Lichtqualitäten hielt ich es für ratsam, dem ganzen durch einen Blitz eine warme und weiche Ausleuchtung zu geben. Der warme Lichtton kommt von einer orangefarbenen Folie, die vor dem Blitz mit Klett befestigt war, das weiche Licht von einem weiß-transparenten Schirm. Dadurch war es möglich, die verschiedenen Arbeitsstationen gut auszuleuchten ohne jedesmal das Blitzlicht neu zu positionieren. Durch die Funkauslösung des Blitzes konnte agil von verschiedenen Positionen aus fotografiert werden.

Unsere aktuellen Ringumfänge werden zunächst mit einer Ringlehre ermittelt. Doch bevor es an das Zusägen geht, wagen wir einen Vorgucker.
Daraus lässt sich dann leicht die Länge der einzelnen Materialstreifen berechnen und mit kleinen Sägen ablängen.
Laszlo Lepeda erklärt zunächst jeden einzelnen Arbeitsschritt bevor wir selbst Hand anlegen können und steht uns mit Rat und Tat zur Seite.
Nach dem Aussägen werden die Streifen zunächst mit einem Gummihammer grob in Form gebracht und sehen dann erst einmal wie Kartoffeln aus.
Damit die Ringe ihre gleichmäßig Runde Form erhalten können, werden sie verheiratet, d.h. sie werden mit einem Gasbrenner gelötet.
Die Ringe sind geschlossen und werden ihrem ersten Härtetest unterworfen. Hält die Lötstelle?
Positiver Nebenefekt danach sind die Ringe gleichmäßig rund.
Nach mehreren Berarbeitungsgängen mit Schleifpapier folgt nun der “letzte” Schliff für die Oberflächenstruktur.
Der letzte Schliff war das noch lange nicht, sag mir erst wie, nein welches Steinchen zu mir passt.


  One Response to “Ringe schmieden”

  1. Hallo Jo,
    sehr informativ Deine Homepage…., ich wusste gar nicht, daß Du solch ein Künstler bist! Und das mit den Ringen – da hat meine Nichte ja anscheinend ganz nett arbeiten müssen, aber es scheint ihr Spass gemacht zu haben!

    Ich hoffe, Ihr seid gut nach Haus gekommen! Bis bald:
    Bernd